RK03 bezwingt Leipzig in Rugby-Krimi

von Denis Frank/ © TotalRugby

Knapp 500 Zuschauer versammelten sich an der Berliner Buschallee zum ersten Bundesliga-Spiel des Jahres 2022 und bekamen weitaus mehr Spannung geboten, als dem einen oder anderen lieb gewesen wäre. Denn die Leipziger Gäste zeigten sich trotz frühen Rückstands als hartnäckiger Widersacher, der um ein Haar den Sieg beim RK geholt hätte.

Tatsächlich war der erste Versuch des Spiels nach einer langen Sequenz, bei dem der RK die Leipziger Linie belagerte, an die Gastgeber gegangen. Nach mehreren Straftritten und Gedrängen an der 5-Meter-Linie war es ausgerechnet der kleinste Berliner, Gedrängehalb Reinhardt Engelbrecht, der aus kurzer Distanz das Leder über die Linie schmuggelte.

Danach plätscherte das Spiel für eine Weile vor sich hin, bis sich das Momentum gegen Ende der ersten Halbzeit zu Gunsten der Leipziger wendete, die nun ihre stärkste Phase hatten. Erst ließen sich die Leipziger im Malfeld hochhalten, nach einem verunglückten Goalline-Dropout kamen sie postwendend dann doch zum Versuch, der von ganz außen erhöht wurde.

Noch bitterer für die Gäste: Wenig später erhielten die Berliner tief in der Leipziger 22 ein Gedränge zugesprochen – Nummer acht Felix Buhrisch nutzte dies zu einem dynamischen Lauf auf der kurzen Seite bis kurz vor die Mallinie.

Doch die Handabwehr des U20-Nationalspielers war dem Schiedsrichtergespann zu dynamisch. Ein Pfiff, reichlich Verwirrung und Leipzigs südafrikanischer Schluss machte sich mit dem Leder auf den Weg und schaffte tatsächlich den 95-Meter-Konter bis ins Malfeld der Gastgeber.

Als dann noch Rafael Hackl zwischenzeitlich für zehn Minuten vom Platz gestellt wurde, nachdem dieser ein krachendes Tackle vermutlich aus Abseitsposition gesetzt hatte, ging das Momentum vollends an Leipzig. Kurz vor dem Pausenpfiff dann sogar noch Versuch Nummer drei für die Leipziger, die ihre Überzahl mit ihrer flinken Hintermannschaft clever ausspielten.

Der RK hing sichtlich in den Seilen und drohte komplett abgehängt zu werden. Doch die Berliner bewiesen kurz vor der Pause noch einmal Moral und kamen mit der letzten Aktion zum 10-22 Anschluss. Wütende Läufe des RK-Sturms wurden von den Leipzigern zunächst gut verteidigt, bis sich Dritte-Reihe-Stürmer Franz Müller mit aller Wucht den Weg ins Malfeld bahnte.

Nach der Pause dann ein umgekehrtes Bild. Der RK machte nun das Spiel und die Punkte. Wieder war es zunächst der RK-Sturm, der zunächst die Dominanz in Gedränge und Gasse ausbauen konnte und immer wieder für bessere Feldposition sorgte. Dann schafften die schweren Jungs der Berliner den 17-22 Anschluss.

Per Straftritt aus rund 35 Metern vergrößerten die Leipziger die Distanz zwischenzeitlich noch einmal auf mehr als einen Versuch. Jedoch ließen sich die Gastgeber nicht von ihrem Spiel abbringen – nach einer langen langen Druckphase, bei dem sich der RK-Sturm fast die Zähne an der Defensive ausbiss, war es ein wunderschöner Bodenroller von van Zyl auf Außen Maxi Kaiser, der den vierten RK-Versuch einbrachte.

Eben jener Le Roux van Zyl, im Vorjahr von Leipzig zum RK gewechselt, war es auch, der schließlich per Straftritt die erste RK-Führung seit der Anfangsphase bescherte. Und sie sollte tatsächlich bis zum Ende halten.

Für den RK ein extrem wichtiger Sieg, bevor bei Germania List schon eine Vorentscheidung um die Playoff-Plätze fallen könnte. Leipzig hingegen verbleibt am falschen Ende der Tabelle, beweist aber nach dem Sieg gegen den BRC im November, dass man sich seit Saisonbeginn deutlich verbessert hat.

Aufstellung

1. Max Behrendt 
2. Max Schilling 
3. Christopher Sacksofsky (capt.) 
4. Gwinyai Machina 
5. Johannes Duncker 
6. Max Mohaupt 
7. Franz Müller 
8. Felix Burisch 
9. Reinhardt Engelbrecht 
10. Mattia Caramella 
11. Maximilian Kaiser 
12. Leroux van Zyl 
13. Willi Lottermoser 
14. Martin Tormann 
15. Raphael Hackl 
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16. Alex Schmidt 
17. Timo Boehlke 
18. Benedikt Aumann 
19. Tarik Riedl 
20. Mark Frese 
21. Leon Kalkanci 
22. Max Schöneich