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Die Adler im Iran

Die Adler fliegen in den Iran

Am 04.11 landet nach sieben Tagen Iran eine ziemlich erschöpfte Delegation wieder in Berlin Schönefeld. Eine Woche Aufregung liegt hinter uns. Eine Woche geprägt von vielen Eindrücken, die viele von uns noch lange mit uns tragen werden. Es ist nicht leicht ein Land zu verstehen, wo die Menschen so unglaublich freundlich und offen sind, aber man dennoch ständig überwacht wurde und keinen Schritt alleine treten durfte. Während wir die Menschen tief in unser Herz geschlossen haben, mussten wir auch ein System tolerieren, welches genau diesen Menschen nicht die volle Freiheit zum Leben lässt. Keine einfache Aufgabe.

Die 16-köpfige Delegation, geführt von Martina Michalski von Bürger Europas, machte sich am 28.10 auf in den Iran, um Land und Leute kennen zu lernen und natürlich um Rugby zu spielen. Am Flughafen in Teheran wurden wir herzlich empfangen und lernten unsere Begleitungen kennen. Neben der Reiseleiterin wurden wir in der Woche von drei Sportlern, dem Präsidenten des Rugbyverbandes, zwei Sittenwächterinnen und einem Sicherheitsangestellten begleitet. Diese drei letztgenannten Personen waren für unsere Sicherheit da, sorgten aber auch dafür, dass wir uns adäquat kleideten und benahmen. Gerade unsere beiden Sittenwächterinnen ließen uns nicht aus dem Blick – selbst nicht in den Umkleidekabinen. 

Der erste Tag war geprägt von Sightseeing und spannenden Gesprächen in der deutschen Botschaft. Wir erfuhren, wie sich das Land nach den dunklen acht Jahren unter Ahmadinejad öffnet und seit 2013 anfängt zu blühen. Der junge Iran ist dabei seinen Weg zu finden, was bedeutet, dass für Frauen die Stadien geöffnet werden, dass tausende Iraner Deutschkurse besuchen und illegale Parties selten bestraft werden. Es sind kleine Schritte, aber es bewegt sich.

 

Die nächsten Tage verbrachte die Delegation mit offiziellen Terminen, wie beim Welttorjäger Ali Daei, dem olympischen Komitee oder im Azadi Stadion. Jeden Tag wurde aber auch trainiert, um sich auf das Turnier vorzubereiten. Leider war die Mannschaft stark durch einen Virus angegriffen und musste durchweg in ärztliche Behandlung. Dennoch trainierten wir mit den Iranerinnen und tauschten uns aus und lernten das Land weiter kennen.

Das Highlight der Fahrt war am 02.11 das 1st Tehran Tournament of Friendship. Der Tag war geprägt von spielerischem Kampfgeist und viel Willen, um unsere Krankheiten zu ignorieren und harte Spiele abzugeben. Die Anspannung war groß und die Motivation als Siegerinnen vom Platz zu gehen auch. Leider mussten wir uns aber gegen die U18 und Frauennationalmannschaft geschlagen geben. Neben den Spielen erwartete uns eine höchst motivierte iranische Fankurve, zig Fotografen und Fernsehteams und im Nachgang herzliche Worte und viele Umarmungen. Für die Iraner war dieses Turnier mehr als ein sportlicher Austausch. Es war ihre Plattform zu zeigen, dass Rugby im Iran wächst und Gäste äußerst willkommen sind. 

Die gesamte Delegation kann dies bestätigen, denn selten haben wir solch gastfreundliche Menschen erlebt, die wirklich alles gegeben haben, damit wir uns in ihrem Land wohlfühlen.

So verließen wir Teheran mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Trotz aller Gastfreundlichkeit freuten wir uns darauf, unsere Kopftücher ablegen zu können und uns frei zu bewegen. Jedoch fest steht, dass dies sicherlich nicht der letzte Besuch in den Iran gewesen sein wird, denn wie uns alle versicherten, werden wir das Land viel besser kennen lernen, wenn wir nicht als Delegation kommen!

In diesem Sinne, khoda hafez und ta ba-ad Iran!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Über uns

Wir sind der einzige Rugbyverein im Nordosten von Berlin und haben drei Männermannschaften, ein Frauenteam und verschiedenste Kinder- und Jugendmannschaften. Unsere Heimspiele tragen wir im Stadion Buschallee an der Hansastraße aus.

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