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Deutsche Meisterschaften der Damen in Stuttgart

Mannschaftsfoto Deutsche Meisterschaften

Deutsche Meisterschaften der Deutschen 7er Liga in Stuttgart 02. – 03.06.2018

 

Die Rückrunde der Frauen gestaltete sich schwieriger, als manche vor der Saison erwartet hätten. In der 7er Liga machten uns zuletzt Ausfälle aufgrund von Beruf, Familie und Verletzungen zu schaffen. Gegen Potsdam musste mussten wir uns infolge dessen in der Liga dreimal in Folge geschlagen geben, konnte sich aber aufgrund einer souveränen Hinrunde dennoch für die Deutschen Meisterschaften als Meister der Division Ost qualifizieren.

Pünktlich zu den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart füllte sich der Kader der Damenmannschaft wieder etwas, so dass letztlich einige Spielerinnen nicht berücksichtigt werden konnten. Nachdem die Mannschaft am Freitag noch in kleinen Gruppen die Reise in den Süden angetreten hatte, trafen sich die Spielerinnen samt Anhang am Samstag am Sportplatz der Stuttgarter Gastgeber, um sich in der Gruppenphase mit den Mannschaften aus Mainz, München und den Freunden aus Potsdam zu messen.

Im ersten Gruppenspiel sollte es auch gleich gegen unsere alten Bekannten aus Potsdam gehen und nach einer konzentrierten Vorbereitung gingen die Berliner Spielerinnen gleich engagiert zur Sache. Es gelang über weite Strecken das eigene Spielsystem umzusetzen und so den Ball im eigenen Besitz zu behalten. Eine geschlossene mannschaftliche Leistung und einige gute Einzelaktionen ermöglichten es dem RK03 über die gesamte Spieldauer in Führung zu bleiben. Kleinere Fehler in der Verteidigung – vor allem in der Abstimmung – ermöglichten es aber auch Potsdam im offenen Spiel Nadelstiche zu setzen und mit starken Aktionen ein ums andere Mal ins Berliner Malfeld einzulaufen. Am Ende war der Spielstand enger, als es das Spielgeschehen hätten vermuten lassen. Dennoch war die Revanche für die vergangenen Niederlagen in der 7er Liga geglückt und der RK03 ging mit 26:19 als Sieger vom Feld.

Nach einer längeren Pause sollte es im zweiten Gruppenspiel schließlich gegen Mainz gehen. Das gute Spiel gegen Potsdam zusammen mit der langen Pause schienen der Konzentration nicht zuträglich gewesen zu sein, denn am Ende zeigte sich erneut das größte Defizit der vergangenen Monate, wenn nicht sogar der letzten Jahre: Man war nicht in Lage, Besprochenes umzusetzen und Worten Taten folgen zu lassen. Nach einem guten Start und einer frühen Führung spielte zunächst nur noch Mainz. Über zwei gute Einzelaktionen drehten die Mainzer bis zur Halbzeit das Spiel zu einem 14:05 und man hatte bereits Sorge, dass Mainz den Abstand weiter vergrößern würde. Das Ende der ersten Halbzeit kam zum richtigen Zeitpunkt und man merkte es den Spielerinnen deutlich an, dass sie in der zweiten Hälfte die richtige Antwort auf das Spiel der Mainzer und den Punktestand geben wollten. Mit einem Kraftakt über 7 Minuten, in dem vor allem der Kampf und die Leidenschaft das Spiel bestimmen sollten, schafften es die RK´ler den 05:14 Rückstand in ein 22:14 zu verwandeln und sich für eine mannschaftlich geschlossene Leistung zu belohnen.

Am Ende des Tages wartete die starke Mannschaft von StuSta München auf die Berliner. In den vorherigen Spielen konnten die Münchner bereits ihre beiden Vorrundenspiele hoch und ohne einzigen Gegenpunkt für sich entscheiden, wodurch die Berliner Damen – auch aufgrund der Erfahrungen des Spiels gegen Mainz – mehr als gewarnt waren. Am Ende wurde es das erwartet schwere Spiel. München ging immer wieder in die Kontakte und suchte mit schnellem Spiel die Berliner Verteidigung zu durchbrechen. Die Berliner Damen hatten allerdings die richtigen Antworten auf das Spiel der Münchener und schafften es immer wieder, das Spiel der Münchner langsam zu machen. Eigene Angriffe wurden konzentriert zu Ende gespielt und neben großem Einsatz konnte man nun endlich auch das trainierte Spielsystem erkennen. Mit einem Endstand von 15:05 sicherte sich der RK03 so den Gruppensieg.

Der zweite Turniertag begann für die Damen vergleichsweise früh und so versuchte man schnell die Müdigkeit aus Beinen und Köpfen zu bekommen. Unsere Julia Braun hatte in drei anstrengenden Vorrundenspielen alles gegeben, eine vergangene Knieverletzung verursachte ihr an diesem Sonntag aber solche Beschwerden, dass sie kaum noch zum Einsatz kommen sollte. Für sie hatte aber wenigstens Anne Lormis den Weg vom Schreibtisch auf den Sportplatz gefunden und sollte nun versuchen Julias Ausfall so gut wie möglich zu kompensieren.

Im Viertelfinale ging es für den RK03 gegen den HRK um den Einzug ins Halbfinale. Vor allem das letzte Spiel gegen München hatte Mut gemacht, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung auch dem HRK Paroli bieten zu können. Leider sollte es an diesem Tage nicht sein. Es gelang über die gesamte Spieldauer nicht, die richtigen Antworten auf das Spiel der Heidelberger zu finden. Immer wieder wurde der Ball in die Kontakte getragen und dort verloren. Fehlendes Unterstützungsspiel auf Berliner Seite und eine sehr starke Arbeit der Heidelberger an den Kontaktpunkten brachten dem Gegner an diesem Tag den Sieg. Es mag in der einen oder anderen Situation auch Pech dabei gewesen sein, aber insgesamt war der deutliche Sieg der HRK-Damen mehr als verdient. In Sachen Counter Ruck hatte man an diesem Tag eine Lehrstunde bekommen, die hoffentlich in der kommenden Saison bestmöglich genutzt werden wird. Positiv aus Sicht der Berliner war dann doch noch die zweite Hälfte des Spiels, in der die Mannschaft an den Kampfgeist und die Härte des Münchenspiel anknüpfen und gute Läufe und Tackles auf ihrem Konto verbuchen konnte.

Mit der Niederlage gegen den HRK war dann auch der Traum von mehr bei den Deutschen Meisterschaften ausgeträumt. Es sollte jetzt darum gehen, die bestmögliche Platzierung, also den fünften Platz zu erkämpfen. Dafür musste zunächst aber die am Vortag sehr leidenschaftlich aufspielende Mannschaft aus Würzburg besiegt werden. Die Mannschaft zeigt hier eine deutliche Steigerung im Vergleich zum HRK Spiel, vor allem schaffte sie es, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und sich nicht dem Spiel der gegnerischen Mannschaft unterzuordnen. Am Ende hieß es dann 20:00 für den RK03.

Im Spiel um Platz fünf traf man dann – mit Stusta München – auf einen guten alten Bekannten des Vortages. Es galt jetzt noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und sich nicht davon blenden zu lassen, dass man München am Tag zuvor besiegen konnte. Dass die Befürchtung, München würde sich mit aller Kraft für die in der Gruppenphase erlittene Niederlage revanchieren wollen, berechtigt war, zeigte sich gleich zu Beginn des Spiels. Mit Anpfiff übernahmen die Münchner die Kontrolle und schafften es über einen Großteil der Spielzeit, die Bälle in den eigenen Reihen zu halten. Durch eine unglaubliche Zahl an berechtigten Straftritten gegen sich, gelang es logischerweise auch nicht, in Ballbesitz zu kommen und so Entlastung und Möglichkeiten zu punkten zu schaffen. München hatte an diesem Sonntag am Ende die Nase vorne und schaffte es mit einem 19:00 Sieg als Resultat eines kompakten und disziplinierten Spiels den fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften zu erringen.

Am Ende wurde die Mannschaft des RK03 Sechster eines Turniers, dessen Teilnehmerfeld von Jahr zu Jahr an Qualität gewinnt. Man kann darüber spekulieren, was alles möglich gewesen wäre, muss an dieser Stelle aber einfach eingestehen, dass der Mannschaft nach wie vor die Konstanz und in einigen Situationen die Erfahrung fehlt, um ganz oben mitspielen. Daher muss der Maßstab, nach dem der Erfolg oder Misserfolg dieser Mannschaft auch in Zukunft bewertet wird, keine Platzierung sein, sondern ob im eigenen Spiel Struktur, ein System, mentale Stärke und vor allem Leidenschaft und Kampf zu erkennen sind. Das 7er Rugby, das die Heidelberger Teams, aber auch Hannover und Köln auf den Platz gebracht haben, kann und muss hier als Vorbild dienen. Für die kommende Saison bleiben die Vorhaben dieselben wie in den vergangenen Jahren: eine höhere und konstantere  Trainingsbeteiligung, die Bereitschaft, auch neben dem regulären Training Zeit und Kraft zu investieren und daran zu arbeiten, aus Fehlern nachhaltig zu lernen. Das alles funktioniert leichter, wenn sich alle Spielerinnen als Teil einer Familie sehen und sich immer wieder aufs Neue gegenseitig unterstützen und gerade hier sind die Damen des RK03 auf einem guten Weg.

Ein großer Dank gilt an dieser Stelle an Christin, Gerry und Micha für ihre Begleitung und ihren Einsatz vor Ort, an die fantastischen „Co-Coaches“, das bestens vernetzte Management um Lisa und Nadja und unsere unermüdlichere Arbeiterin Ela, die unter hohem persönlichen Einsatz Fahrten wie diese nach Stuttgart überhaupt erst möglich macht. Verabschieden müssen wir uns schweren Herzens von unserer Veteranin Nicole Lowdon, die in Zukunft für Potsdam auflaufen wird und es nicht leichter machen wird, diese zu schlagen. Egal was die Zukunft auch bringen und welche Farbe das Trikot haben mag, Nicole wird immer Teil der Familie bleiben und einfach die Reihen der RK03-Exiles verstärken. 

 

   


 

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Über uns

Wir sind der einzige Rugbyverein im Nordosten von Berlin und haben drei Männermannschaften, ein Frauenteam und verschiedenste Kinder- und Jugendmannschaften. Unsere Heimspiele tragen wir im Stadion Buschallee an der Hansastraße aus.

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